HSM # 003 – Hamburg – Altenwerder Marathon am 18.04.2010 – Veranstalterbericht

Die neuen FEM-Veranstaltungsserien „Lost Places Marathons“ und „Hamburg Special Marathons“ sind eröffnet! – Beim Altenwerder Marathon – LPM # 001 und HSM # 001 – in Hamburg-Altenwerder am 18.04.2010 um 10 Uhr gab es ganz viel „Sonne“ und wenig „Schatten“.

Um mit letzterem zu beginnen: Das nach der verletzungsbedingten Absage von Rosemarie von Kocemba (Kiel / Erlangen) vor einigen Tagen eh auf neun Teilnehmer reduzierte Starterfeld verkleinerte sich während der letzten 70 Minuten vor dem Start noch weiter auf nur mehr sieben Starter.

So rief Werner Britz (Aurich) um 8.50 Uhr an, um mitzuteilen, dass er wegen seit sechs Stunden anhaltendem Brechdurchfall nicht anreisen und auch nicht starten könne.

Als der Veranstalter, nachdem alle übrigen Läufer und alle drei Helfer bereits seit 9.30 Uhr startbereit waren, um 10.02 Uhr telefonisch bei Hartmut Feldmann (Hamburg) nachfragte, wann er denn voraussichtlich einträfe, berichtete Hartmut, er habe letzte Nacht einen Bereitschaftsdiensteinsatz gehabt und sei jetzt zu müde zum Laufen…

Schade, denn beiden entging ein super-schöner neuer Marathon bei bestem Wetter und ebensolcher Verpflegung und Atmosphäre!

A propos „Wetter“: Bei strahlend blauem Himmel und nahezu Windstille stiegen die Temperaturen von anfangs 6 °C rasch auf 17 °C, was immerhin selbst Christine Schroeder veranlasste, vier (!) ihrer Kleidungsschichten abzulegen und somit den Untertitel „Striptease-Marathon“ aufbrachte…

Unmittelbar nach Hartmuts „Absage auf Nachfrage“ wurde das Teilnehmerfeld per Hupsignal auf die Laufstrecke geschickt. Hier waren nach einem 310 Meter langen Auftaktstück 27 Runden zu absolvieren, wobei die Straßensperre am Kirchhofweg sowie der Anstieg zum Süderdeich und der Abstieg von selbigem die anspruchsvollsten Passagen waren, die neben Kraft und Konzentration ganz sicher auch Zeit kosteten.

Vom Start weg – wer hätte etwas anderes erwartet – übernahm Johannes Haßlinger (Nienburg / Hamburg) die Führung. Es war schon beeindruckend mit anzusehen, wie er zum Beispiel das „Hauptfeld“ locker und entspannt insgesamt 13mal überrundete und auch die drei Problemstellen ohne sichtbare Beanspruchung meisterte. Natürlich lief er in 2.56.46 h einen (ersten) Streckenrekord! (Nimmt man seine rund 10 % schnellere 2.40-h-Zeit vom letzten Sonntag in Cuhaven, so darf man der Altenwerder-Strecke zumindest die Hälfte dieser Differenz als Erschwernis-Zulage zurechnen.)

Übrigens gönnte sich Johannes – inzwischen umgezogen – netterweise noch eine entspannte Lauf- und Klön-Runde zusammen mit dem Hauptfeld…

Ebenso überlegen, wie Johannes die Führung inne hatte, gehörte Platz 2 Thorsten Stohldreier (Hamburg). Er war auch der einzige, der – wenngleich nur für überschaubare Abschnitte – Johannes mal zu folgen versuchte bzw. vermochte. So heftete er sich bei jeder Überrundung durch Johannes an dessen Fersen und jagte zusammen mit Johannes über den durchaus anspruchsvollen Kurs. Sein Lohn war im Ziel Platz 2 und eine 3.29.58 h.

Platz 3 schien zunächst Torsten Birnbach (Trittau) zu gehören. „Birne“ hatte immerhin hier so eine Art „Heimspiel“, gehört er doch zur Wasserschutzpolizei, in deren Revier wir hier liefen. Zwar war er seit Dezember 2009 keinen Marathon mehr gelaufen, doch dies hielt ihn nicht davon ab, fulminant loszulaufen und sich zügig von den übrigen vier Läufern abzusetzen.

Als er bereits in seiner achten Runde das Quartett überrundete, sah noch alles danach aus, als sei allein die Höhe seines Vorsprungs offen. Immerhin nahm er den anderen bis zu seiner Runde 14 weitere 5.26 min, also rund eine weitere halbe Runde, ab.

Dann jedoch wendete sich das Blatt, und in seiner 21. Runde musste er die „Entrundung“ des Hauptfeldes hinnehmen…

In selbigem hatte sich bereits zu Beginn der zweiten Streckenhälfte Christine Schroeder (Hamburg) von ihren drei männlichen Mitläufern abgesetzt. Zunächst betrug ihr Vorsprung nur rund 20-30 sec, aber vier Runden vor Schluss hatte sie ihn doch auf immerhin 2 min ausgebaut.

Zu dieser Zeit hatte sich bereits auch Rainer Pufahl (Müssen) zu einer – allerdings deutlicheren – Tempoverschärfung entschlossen. Schnell hatte er seine beiden Mitstreiter sowie Christine abgehängt und die Jagd auf „Birne“ eröffnet.

Die war auch durchaus erfolgreich, so dass Rainer Pufahl in 5.12.30 h Dritter und Torsten Birnbach halt in 5.19.08 h Vierter wurde.

Immerhin ersparte Birne es sich, ganz „durchgereicht“ zu werden.

Peter Wieneke (Hamfelde) und Veranstalter Christian Hottas (Hamburg), die in den letzten 4-5 Monaten bereits rund 2-3 Dutzend Marathons gemeinsam absolviert hatten, liefen auch diesmal die gesamte Strecke gemeinsam und ließen sich dabei nicht aus ihrem Konzept bzw. ihrem Rhythmus bringen.

Nach 2.13 min hatten sie das Auftaktstück beendet, nach den ersten neun Runden zeigte die Uhr 1.50.45 h (Split = 1.48.32 h), nach den zweiten neun Runden dann 3.39.09 h (Split = 1.48.24 h). Dies wies bei unverändertem Lauftempo auf eine Endzeit von 5.27 h hin…

Mit Rundenzeiten von 11.53, 11.43, 11.52, 11.47, 11.39 und 11.47 min sprach da lange Zeit auch nichts gegen, doch dann folgte eine 11.27 min, die Christines Vorsprung auf 68 sec schmelzen ließ, und eine 11.10 min, die Christine eingangs der gemeinsamen Schlussrunde nur noch 20 sec Vorsprung beließ.

Und kurz vor Rundenmitte dieser „ultimo giro“ war Christine dann gestellt. Allerdings hatten Peter und Christian sich längst verständigt, wie am 24.01.2010 in Vejle / DEN beim Dr. Nielsen Vinterhygge Marathon (damals betraf es Doris Sagasser) ihre Mitläuferin nicht zu überholen, sondern sie gemeinsam ins Ziel zu begleiten. Mit einer 11.09 min reichte es dennoch für Peter und Christian zu einer tagesschnellsten Runde und in 5.23.37 h (Split = 1.43.28 h) für den gemeinsamen 5. Rang.

Der besondere Dank der Aktiven gehörte indessen Erika Köhn (Tangstedt) und Manfred Hopp (Norderstedt) sowie Peter Kummer (Hamburg), die als Rundenzähler und Verpflegungshelfer fungierten und entscheidend mit zum reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung beitrugen und ebenfalls mit Medaillen dekoriert wurden.

Besonderer Erwähnung bedarf natürlich auch der von Petra Hopp, Mannes „besserer Hälfte“, für die Läufer gebackene Kirsch-Streuselkuchen, der aller bestens mundete.

Jedenfalls gab es am Ende der Veranstaltung ausnahmslos zufriedene Gesichter. Alle hatten gemeinsam einen zwar anspruchsvollen, aber zugleich auch eindrucksvollen, neuen Marathon bei allerbestem Frühlings- und Laufwetter erlebt.

So gab es während des Laufes auch die ersten Schmetterlinge (Tagpfauenaugen) zu sehen…

Schwer gewöhnungsbedürftig war indessen die „bunte Mischung“ aus toten (wegen des hohen Grundwasserspiegels abgestorbenen) und direkt daneben blühenden Obstbäumen und die leeren Grünflächen, auf denen offenbar einmal Häuser gestanden hatten. So präsentierte sich Altenwerder halt doch gleichermaßen als „lost place“ und Hamburg Special

18.4.10 23:32

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